Dornen

Wo früher Sommer für Sommer
wilde Brombeeren mein Zuhause waren,
bin ich auf einmal verloren.
Überall Dornen.
Sie versperren den Weg, rauben mir die Sicht und verletzen mich.
Gefangen in diesem Gestrüpp, kämpfe ich, verzweifelt und wild, verwunde mich selber, tobe vor Wut.
Dornen zerreißen mein Sommerkleid,
ritzen meine Haut und überwuchern meinen Mut.
Finde ich jemals wieder hinaus?

Meine Kraft lässt nach,
die Hoffnung stirbt jetzt.
Also lasse ich mich nieder im dornigen Gestrüpp.
Kann nicht mehr kämpfen, kann nicht mehr zurück.
In der Dunkelheit spüre ich auch:
Dornen geben Sicherheit.
Hier kommt keiner rein.
Dornen schützen mich.
Ich bin ganz klein, ruhig und still.

Hier kommt keiner rein.
Ich bin ganz allein.
Dornen machen einsam.
Meine Stacheln schützen mich nicht.
Sie bauen um mich herum ein Gestrüpp.
Meine ausgefahrenen Stacheln rauben mir die Sicht, versperren den Weg und verletzen mich.

Ich öffne die Augen und sehe dich.
Bewaffnet mit Mut, aufbewahrter Hoffnung und Licht.
Wunden heilen.
Blüten wachsen.
Brombeeren schmecken.
Sommer für Sommer kann ich das sehen.

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