Sehnsucht einer Jüngerin

Meine Augen starren in den Himmel bis sie nichts mehr sehen
und mein Nacken ganz steif ist.
Wie gerne wäre ich jetzt bei dir und nicht hier.
Schon wieder muss ich damit leben alleine zu sein.
Dabei war doch gerade alles gut.
Meine Zweifel konnten dich glauben.
Meine Angst konnte dich sehen.
Meine Sehnsucht konnte dich fühlen.
Du warst da und ich konnte wieder glauben, lieben und hoffen.
Glauben, dass du mich siehst und es gut mit mir meinst.
Lieben. Dich, mich und die Menschen.
Hoffen, das mein mutloser Blick in die Welt nicht das letzte Wort hat.

Warum kann ich nicht an zwei Orten gleichzeitg sein?
Warum kann ich so schlecht genießen, wenn ich mich allein fühle?
Warum fühle ich mich dann wie amputiert?
So, als wenn ich die ganze Zeit neben mir stehe und nicht fest in mir verwurzelt bin?

Ich blicke wieder in den Himmel und sehe ein Herz.

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Fortsetzung: himmelherz – Sehnsucht einer Jüngerin (2)

Wo bleibst Du Trost der ganzen Welt?

Wo bleibst du, Trost der ganzen Welt,
während die Welt auseinander fällt?
Während Bomben fallen bei Tag und Nacht
und Menschen fliehen in aller Hast?

Wo bleibst du, Trost der ganzen Welt,
während die Welt auseinander fällt?
Während Menschen an Abendbrottischen
nun mit den Kindern über Krieg reden müssen?

Wo bleibst du, Trost der ganzen Welt,
während die Welt auseinander fällt?
Während wir hier in diesem Land
unsere Freiheit leben aus anderer Hand?

Du bist der Trost der ganzen Welt,
der diese Nacht mit uns erträgt.
Du steigst hinab ins tiefe Tal
und erleidest Todesqual.

Du bist der Trost der ganzen Welt,
der uns Menschen alle hält.
Du bist dabei und du gehst mit,
führst uns hindurch mit deinem Blick.

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Bildnachweis: Photo by Annie Spratt on Unsplash

Frei.sein

tanzen am morgen
frei. ohne sorgen
sein.

neues entstehen
sehen. mich zeigen.
sein.

lachen und quatsch
machen. fröhlich
sein.

sonne sehen und
blau. nach dem grau.
sein.

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