Dornen

Wo früher Sommer für Sommer
wilde Brombeeren mein Zuhause waren,
bin ich auf einmal verloren.
Überall Dornen.
Sie versperren den Weg, rauben mir die Sicht und verletzen mich.
Gefangen in diesem Gestrüpp, kämpfe ich, verzweifelt und wild, verwunde mich selber, tobe vor Wut.
Dornen zerreißen mein Sommerkleid,
ritzen meine Haut und überwuchern meinen Mut.
Finde ich jemals wieder hinaus?

Meine Kraft lässt nach,
die Hoffnung stirbt jetzt.
Also lasse ich mich nieder im dornigen Gestrüpp.
Kann nicht mehr kämpfen, kann nicht mehr zurück.
In der Dunkelheit spüre ich auch:
Dornen geben Sicherheit.
Hier kommt keiner rein.
Dornen schützen mich.
Ich bin ganz klein, ruhig und still.

Hier kommt keiner rein.
Ich bin ganz allein.
Dornen machen einsam.
Meine Stacheln schützen mich nicht.
Sie bauen um mich herum ein Gestrüpp.
Meine ausgefahrenen Stacheln rauben mir die Sicht, versperren den Weg und verletzen mich.

Ich öffne die Augen und sehe dich.
Bewaffnet mit Mut, aufbewahrter Hoffnung und Licht.
Wunden heilen.
Blüten wachsen.
Brombeeren schmecken.
Sommer für Sommer kann ich das sehen.

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zwischen den jahren

zwischen sternen und himmelskind
glitzer und feuerwerk
sind wir die, die wir waren
sind wir die, die wir in diesen
365 tagen gewachsen sind

zwischen vorsätzen und nachklängen
abschieden und neuanfängen
sind wir die, die wir waren
sind wir die, die wir in diesen
365 tagen gewachsen sind

mal laut, mal leise
mal doof, mal weise
mal erwachsen, mal kind
mal fremd, mal zuhause
mal sehend, mal blind
mal fragend, mal suchend
sind wir die, die wir waren
sind wir die, die wir in diesen
365 tagen gewachsen sind

ich mit dir und alleine
schreiend im walde
tanzend in der küche
stolpernd auf wegen
bergauf und bergab
den himmel im blick
jetzt.

zwischen sternen und himmelskind
glitzer und feuerwerk
bin ich die, die ich war
bin ich die, die ich in diesen
365 tagen gewachsen bin

zwischen vorsätzen und nachklängen
abschieden und neuanfängen
bin ich die, die ich war
bin ich die, die ich in diesen
365 tagen gewachsen bin

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du bist ja da

du siehst mich ja
in meiner unsicherheit
in meiner traurigkeit
in meinem gebet

du gehst ja mit
in meinem leben
in meinen gedanken
in meinen träumen

du bist ja da
in meiner überforderung
in meinen ängsten
in meiner sehnsucht

du bist ja da
in mir

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