Der Traum vom leichten Leben

Schwerwiegende Entscheidungen
fallen selten in leichten Zeiten,
und tief gehende Veränderungen
entstehen nicht durch
oberflächliche Erfahrungen.

Bedeutende Entwicklungen werden
kaum durch unbedeutende
Begegnungen angeregt,
und persönliche Hilfe erfahren wir so gut
wie nie in unpersönlichen Beziehungen.

Verständnis für die Schwachheit anderer
erwächst nicht aus der eigenen Stärke,
und wie man andere Menschen tröstet,
wissen wir erst, wenn wir nicht nur getrost,
sondern auch selbst getröstet sind.

Warum also sehnen wir uns ausschließlich
nach einem leichten und unbeschwerten Leben,
wenn das, was uns so wertvoll macht,
in einem verletzlichen und tiefgründigen,
in einem lebendig gelebten Leben liegt?

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Text: Hans-Joachim Eckstein
Bildnachweis: benicce / photocase.de

wenn der geist eintrifft

1.    bleib wo du bist
2.    trau deiner müdigkeit, denn in ihr kann die Andere Kraft auftauchen
3.    beschleunige nichts, verzögere nichts, bleib nur gleichauf

Eine junges Mädchen sitzt auf dem Balkon über dem Meer. Sie träumt sich klein, ganz klein. Mama sitzt auf dem Balkon, sie sitzt auf Mamas Schoß und unter ihnen liegt das Meer. Das ist gut. Und dazu gehen die Abendglocken. Mamas Hand ist warm. Der Balkon hat ein Geländer, damit man nicht abstürzt. Und die Glocken läuten den Sonntag ein. Das Meer ist weit, und es schmerzt nicht. Gar nichts schmerzt.Weiterlesen »