Sehnsucht einer Jüngerin

Meine Augen starren in den Himmel bis sie nichts mehr sehen
und mein Nacken ganz steif ist.
Wie gerne wäre ich jetzt bei dir und nicht hier.
Schon wieder muss ich damit leben alleine zu sein.
Dabei war doch gerade alles gut.
Meine Zweifel konnten dich glauben.
Meine Angst konnte dich sehen.
Meine Sehnsucht konnte dich fühlen.
Du warst da und ich konnte wieder glauben, lieben und hoffen.
Glauben, dass du mich siehst und es gut mit mir meinst.
Lieben. Dich, mich und die Menschen.
Hoffen, das mein mutloser Blick in die Welt nicht das letzte Wort hat.

Warum kann ich nicht an zwei Orten gleichzeitg sein?
Warum kann ich so schlecht genießen, wenn ich mich allein fühle?
Warum fühle ich mich dann wie amputiert?
So, als wenn ich die ganze Zeit neben mir stehe und nicht fest in mir verwurzelt bin?

Ich blicke wieder in den Himmel und sehe ein Herz.

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Fortsetzung: himmelherz – Sehnsucht einer Jüngerin (2)

sehnsuchtsworte

Ich habe Ostseesand in meiner Tasche gefunden
und folge der Sehnsucht bis zum Meer.
Hier wo die Wellen rauschen,
kann ich meinem Herz lauschen.
Kann Gedanken ordnen und mich erden,
kann werden und sein.
Hier bin ich.

Ich habe Liebe in meinem Herzen gefunden
und folge der Sehnsucht bis zu dir.
Mit dir bin ich zu Hause.
Gesehen, geliebt, erkannt,
beim Namen genannt.
Will nirgendwo anders sein.
Hier bin ich.

Ich habe Sterne am Himmel gefunden
und folge der Sehnsucht zu Gott.
Meine Schöpferin, du Ewige,
dein Vaterherz hält mich fest, wenn ich falle
Alles bin ich in dir.
Du lässt mich werden und sein.
Hier bin ich.

Ich habe Worte in meinem Leben gefunden
und folge der Sehnsucht bis zu mir.
Alles, was ich suche, alles was ich bin,
alles ist in mir.
Erträumt, ersehnt, erlebt. Ich kann sein.
Hier bin ich.

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Bildnachweis: Thomas Weißenfels, http://www.c-promo.de