Eine Weihnachtsgeschichte (Teil 3)

Alles beginnt mit der Sehnsucht, doch der Weg zum Stall ist weit.
Unterwegs suchen sie Lichtspuren und greifen nach den Sternen wie nach Strohhalmen.
Sie gehen durch tiefe Täler und erreichen Hügel mit wunderbaren Aussichten.
In diesen Momenten wissen sie wieder warum und wohin sie unterwegs waren.
Daran können sie sich festhalten, Kraft schöpfen und weitergehen.

Dann sind sie da. Und mit ihnen alle, die sie unterwegs getroffen haben.
Nur hier ist die Sehnsucht zu Hause.
Hier kann das Herz zur Ruhe kommen und getröstet werden.
Hier hören sie das, was sie am nötigsten brauchen: „Fürchtet Euch nicht!“
Der Trost der ganzen Welt ist geboren.

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Eine Weihnachtsgeschichte (Teil 2)

Der letzte Kürbis des Erntejahres kommt in die Suppe. Glühwein, Stockbrot, Bratwurst und Marshmallows sind das Menü für den Vorabend. Gemeinsam mit Freunden um das Feuer sitzen:
so beginnt Weihnachten. Seit zwei Jahren ist die Runde leider kleiner.
Schon beim Suppe kochen, habe ich einen Weihnachtsmoment. Der Nachbar hängt einen großen gelben Herrhuter Stern vor seiner Tür auf. Er leuchtet bis in meine Küche. Kann Sternenliebe abfärben? Ja, das will ich glauben!

Als alle da sind, fängt es an zu schneien. Irgendwann sieht man die weißen Suppenteller auf dem Boden nicht mehr und bevor neuer Glühwein in die Tassen kommt, muss der Schnee ausgekippt werden. Die Kinder bauen Schneemänner, die Erwachsenen rücken immer näher ans Feuer. Es ist kalt, aber es ist so schön.

Weihnachtsmomente schenken Kraft für den Weg: Gemeinsam unterwegs sein. Einander durch Höhen und Tiefen begleiten. Geschenkte Weihnachtstüten auspacken und schöne Worte auf Postkarten lesen. Freundschaft feiern nah und fern. Stille Gebete für den Nachbarn sprechen und Sterne leuchten sehen. Sehnsucht kommt an.

Fortsetzung folgt

Teil 1 meiner Weihnachtsgeschichte: https://unterwegs-geschichten.de/2021/12/23/eine-weihnachtsgeschichte-teil-1/



Eine Weihnachtsgeschichte (Teil 1)

Müde. Sie waren so unendlich müde.
Seit fast zwei Jahren waren sie nun unterwegs.
Was am Anfang wie ein großes Abenteuer wirkte und neue Freiheiten und Gewohnheiten hervorbrachte, war nun einfach nur noch anstrengend.
Angst schwang immer mit. Angst um Eltern und Großeltern. Angst um die eigenen Kinder.
Angst vor ungewollter Nähe in vollen Zügen.
Es war diese unterschwellige Angst, die sie so müde machte.
Und dann diese Ungewissheit. Niemand konnte sagen, wie lange es noch so weitergehen sollte.
Wann kamen sie an? Und was war eigentlich das Ziel?
Gab es ein Ende der Erschöpfung? Einen Ausstieg aus diesem Strudel, gefangen in den Wellen?

Wann immer der Himmel es zuließ, blickten sie in die Sterne.
Mal alleine, mal mit Freunden. Mal schweigend, dann wieder lachend.
Der Blick in die Glut und zu den Sternen gab ihnen Kraft.

… (Fortsetzung folgt)