Urlaubsliste

Reicht eine Woche wirklich aus? Sollten wir nicht doch ein paar Tage wegfahren? Ein Ortswechsel tut bestimmt gut. Mal nicht sehen, was es noch alles zu tun gibt. Einfach ein bisschen raus. Mal wieder Meer sehen?!
Diese Gedanken habe ich mir vor unserer Urlaubswoche gemacht. Die To-do-Liste und die Projektwunschliste war lang und mir kamen Zweifel, ob es wirklich zum Abschalten und Erholen reichen wird.
Und nun ist Sonntagnachmittag, ich sitze bei den letzten Sonnestrahlen auf der Terasse, und blicke zurück auf eine schöne Woche, in der vieles Platz hatte – Zeit für eine Liste:

  • Familien- und Freundezeit
  • Marmeladenkochzeit
  • Ideen für den Garten entwickeln und umsetzen
  • Gemüsebeet winterfest machen
  • aus den letzten geernteten Dingen leckere Sachen kochen
  • Sonnenstrahlen auf der Terasse genießen
  • beim Terassendielen streichen den Gedanken nachhängen
  • Kinder beobachten, die stundenlang in einem Hänger voller Sand spielen
  • Fahrrad fahren und merken, wie sich dabei schlechte Laune in gute Laune verwandelt (und andersrum)
  • Lagerfeuer, Stockbrot und Würstchen
  • gemeinsam lachen
  • genervt sein von zuviel Nähe
  • Zeit für mich alleine
  • Kinder auf Bäumen
  • Teenies, die das ganze Haus in Beschlag nehmen
  • Freude, wenn etwas fertig geworden ist
  • neue Ideen für Haus & Garten entwickeln, die im nächsten Urlaub umgesetzt werden

Ich bin nach dieser Woche froh über das, was wir geschafft haben. Urlaub ist ja auch die Zeit, in der man Sachen machen kann, für die sonst keine Zeit ist. Das sind ja nicht nur unangenehme Dinge. Endlich habe ich wieder selber Marmelade gekocht und mich dabei sogar an die Quitten gertraut. Beim letzten Mal ist das schief gegangen. Ich bin dankbar für uns als Familie, in der wir viele Dinge gemeinsam machen können und in der trotzdem Zeit für Rückzug und Zeit für mich da ist. Das, das nicht selbstverständlich ist, wurde uns diese Woche gesagt. Das tut gut! Diese Woche tat mir gut.

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Grüß schön, Opa

„Grüß schön“, hast Du gesagt und der, der es ausrichten sollte, wusste gar nicht so genau, wen Du eigentlich meinst. Vielleicht wusstest Du es auch nicht. Aber das ist nun nicht mehr wichtig. Ich musste lächeln. Kurz habe ich Dich gesehen vor meinem inneren Auge und in meinem Herzen. Und vielleicht ging es einigen so, die diese Grüße bekommen haben.
Du warst sehr, sehr lange ein Teil von uns – ein Teil dieser Gemeinschaft. Und ich kann nur erahnen, wie sehr sie Dir gefehlt hat an diesem Sonntagmorgen. Das Singen und Beten, die Gemeinschaft – das war Deine Gemeinde, Deine Familie. Danke für die Grüße. Wir haben sie erhalten.
Es waren vielleicht deine letzten Worte bevor Du ganz ruhig den letzten Atemzug getan hast. Vielleicht hast Du es gespürt. Der letzte Sonntag – die letzte Chance, Grüße auszurichten, an die, die nun zurück bleiben.
Wir bleiben noch hier und gucken zurück auf das, was Du für uns warst und was wir von Dir hier behalten. Dein Lieblingslied, Deine Sparsamkeit, Deine Treue, Deine Liebe zu Jesus und seiner Gemeinde, Deine Tränen – durch die Du mehr sagen konntest, als durch Worte. Deine Erinnerungen, aufgeschrieben für uns, die wir nur erahnen können, wie sehr er Dich innerlich verletzt hat der zweite große Krieg.
Nun bist Du gegangen. Und uns bleibt nur zu sagen: „Grüß schön, Opa!“.

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