Es ist vollbracht

Bis zum Ende meiner Selbstzweifel

Bis zum Ende meiner Selbstanklagen

Bis ans Ende meiner Sehnsucht

Du

In der Tiefe deiner Nacht umarmst du meine Dunkelheit und sagst:

Es ist vollbracht!

Deine Verlassenheit

Deine Liebe

Deine Leidenschaft

Ich

Bis ans Ende meiner Verzweiflung

durch die Tiefe deiner Nacht gehst du diesen Weg

und sagst:

Es ist vollbracht!

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Text zuerst erschienen in DieGemeinde 06-2021 „Aus lauter Passion“

Ich folge der Sehnsucht

Wenn ich den Blick nach oben richte
und gewichte, was mich trägt,
dann spür ich die Sehnsucht.
Sie zieht mich.
Hin zu dem Ort, wo die Hoffnung wohnt
und die Liebe vom Thron in die Krippe zog.
Sie zieht mich.
Hin zu dem Ort, wo ich ruhig sein kann
und meine Ängste das Weite suchen.
Der blaue Himmel über mir.
Diese Sehnsucht führt mich hin zu Dir.
Sie zieht und zieht und leitet mich.
Sie geht Wege und bleibt stehen.
Sie drängt und schiebt und lässt mich sehen.

In das Dunkel meiner Sehnsucht,
in das Schweigen meiner Nacht,
schickst Du Deinen Stern, der über mir wacht.
Deinen Begleiter, Deinen Wegbereiter,
Deinen Stern von Bethlehem.

In meinen Gedanken erscheint dieses Licht;
das mir verspricht, dass der Ort der Sehnsucht
nur in Dir zu finden ist.
Es zieht mich.
Es geht voran und weist den Weg
und wenn ich ihm folge, dann komme ich an,
dort an dem Ort, wo alles begann.
Es zieht mich.
Dorthin, wo die Liebe wohnt.
Dort, wo du bist, mich ansiehst und mir versprichst,
dass alles gut wird durch dieses Kind.
Denn Du bist da und du bist bei mir,
egal, was kommt.
Ich glaube Dir.

In das Dunkel meiner Sehnsucht,
in das Schweigen meiner Nacht,
schickst Du Deinen Stern, der über mir wacht.
Deinen Begleiter, Deinen Wegbereiter,
Deinen Stern von Bethlehem.

Auf dem Weg der Sehnsucht, bin ich nicht allein.
Ich treffe sie alle, die Frau ohne Namen, den blinden Mann
und das kranke Kind.
Alle, die unterwegs zu Dir sind.
Sie ziehn mich.
Sie kennen den Weg, hin zu dem Stall
hin zu dem Kind, wo alles Leiden gesehen
und Wunder geschehen.
Sie ziehn mich.
Wir sind unterwegs und tragen einander, der Blinde das Kind,
die Frau und die andern, sie nehmen auch mich und meine Zweifel mit.
Und was kann ich geben?
Mein Blick geht nach oben und ich sehe den Stern.
Du bist nicht mehr fern.

In das Dunkel unsrer Sehnsucht,
in das Schweigen unsrer Nacht,
schickst Du Deinen Stern, der über uns wacht.
Deinen Begleiter, Deinen Wegbereiter,
Deinen Stern von Bethlehem.

Die Schritte gehen schneller, der Weg ist auch Ziel.
Die Gemeinschaft zueinander bedeutet uns viel.
Sie zieht uns.
Sie trägt die Last und bringt uns voran.
Gemeinsam kommen wir an,
dort, wo alles begann.
Dort, wo die Sehnsucht zu Hause ist und das Kind uns in die Arme nimmt.
Dort, wo Leiden gesehen und Wunder geschehen.
Dort, wo die Liebe wohnt und das Kind in der Krippe thront.
Sie zieht uns zu Dir.
Wir sind jetzt da. Der Weg ist geschafft.
Zu Hause sind wir hier.

In das Dunkel unsrer Sehnsucht,
in das Schweigen unsrer Nacht,
schickst Du Deinen Stern, der über uns wacht.
Deinen Begleiter, Deinen Wegbereiter,
Deinen Stern von Bethlehem.

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Photo by Daniel Werner: photocaseuhv3k9s7ahmo

Woche 6 – Jeden Tag ein Haiku – Fastenzeit 2020

#36 Suchen. Bitten. Jetzt.
Finden. Empfangen. Was ich brauche.
Überrascht werden?

#37 Gutes Erwarten.
Von Gott und Menschen. Heute.
Ich glaube daran.

#38 Hoffnungszeichen sehn.
Mein Aber ist klein heute.
Froh in den Tag gehn.

#39 Der Himmel ist blau.
Sonnenstrahlen erleuchten
meinen Tag. Danke!

#40 Was ich sehe?
Sprießendes Grün, gelbe Blumen.
Hoffnung wächst in mir.

#41 Die Sonne geht auf.
Mein Aber hältst Du im Arm.
Montag beginnt jetzt.

#42 Eine Frage noch:
Wie lang ist der Weg zum Meer?
Ich sehne mich hin.

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