ohne worte

Ich sitze hier und starre auf das leere Blatt. 24 Stunden später und nichts ist mehr, wie es war. In mir ist alles leer und gleichzeitig möchte ich rumlaufen und schreien, irgendetwas tun. Tausend Fragen schwirren durch meinen Kopf.

Warum bin ich nicht mit in den Garten gegangen? Ich habe ihn alleine gelassen in seinen schwersten Stunden.

Wie soll es nun weitergehen? Die Hoffung ist tot. Die Liebe in Person ist gestorben.

Tot. Er ist tot. Was passiert nun mit mir? Mit uns allen?

Ich weiß es nicht.

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Bildnachweis: Photo by Annie Spratt on Unsplash

Grüß schön, Opa

„Grüß schön“, hast Du gesagt und der, der es ausrichten sollte, wusste gar nicht so genau, wen Du eigentlich meinst. Vielleicht wusstest Du es auch nicht. Aber das ist nun nicht mehr wichtig. Ich musste lächeln. Kurz habe ich Dich gesehen vor meinem inneren Auge und in meinem Herzen. Und vielleicht ging es einigen so, die diese Grüße bekommen haben.
Du warst sehr, sehr lange ein Teil von uns – ein Teil dieser Gemeinschaft. Und ich kann nur erahnen, wie sehr sie Dir gefehlt hat an diesem Sonntagmorgen. Das Singen und Beten, die Gemeinschaft – das war Deine Gemeinde, Deine Familie. Danke für die Grüße. Wir haben sie erhalten.
Es waren vielleicht deine letzten Worte bevor Du ganz ruhig den letzten Atemzug getan hast. Vielleicht hast Du es gespürt. Der letzte Sonntag – die letzte Chance, Grüße auszurichten, an die, die nun zurück bleiben.
Wir bleiben noch hier und gucken zurück auf das, was Du für uns warst und was wir von Dir hier behalten. Dein Lieblingslied, Deine Sparsamkeit, Deine Treue, Deine Liebe zu Jesus und seiner Gemeinde, Deine Tränen – durch die Du mehr sagen konntest, als durch Worte. Deine Erinnerungen, aufgeschrieben für uns, die wir nur erahnen können, wie sehr er Dich innerlich verletzt hat der zweite große Krieg.
Nun bist Du gegangen. Und uns bleibt nur zu sagen: „Grüß schön, Opa!“.

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