Eine Weihnachtsgeschichte (Teil 3)

Alles beginnt mit der Sehnsucht, doch der Weg zum Stall ist weit.
Unterwegs suchen sie Lichtspuren und greifen nach den Sternen wie nach Strohhalmen.
Sie gehen durch tiefe Täler und erreichen Hügel mit wunderbaren Aussichten.
In diesen Momenten wissen sie wieder warum und wohin sie unterwegs waren.
Daran können sie sich festhalten, Kraft schöpfen und weitergehen.

Dann sind sie da. Und mit ihnen alle, die sie unterwegs getroffen haben.
Nur hier ist die Sehnsucht zu Hause.
Hier kann das Herz zur Ruhe kommen und getröstet werden.
Hier hören sie das, was sie am nötigsten brauchen: „Fürchtet Euch nicht!“
Der Trost der ganzen Welt ist geboren.

:::

Ich folge der Sehnsucht

Wenn ich den Blick nach oben richte
und gewichte, was mich trägt,
dann spür ich die Sehnsucht.
Sie zieht mich.
Hin zu dem Ort, wo die Hoffnung wohnt
und die Liebe vom Thron in die Krippe zog.
Sie zieht mich.
Hin zu dem Ort, wo ich ruhig sein kann
und meine Ängste das Weite suchen.
Der blaue Himmel über mir.
Diese Sehnsucht führt mich hin zu Dir.
Sie zieht und zieht und leitet mich.
Sie geht Wege und bleibt stehen.
Sie drängt und schiebt und lässt mich sehen.

In das Dunkel meiner Sehnsucht,
in das Schweigen meiner Nacht,
schickst Du Deinen Stern, der über mir wacht.
Deinen Begleiter, Deinen Wegbereiter,
Deinen Stern von Bethlehem.

In meinen Gedanken erscheint dieses Licht;
das mir verspricht, dass der Ort der Sehnsucht
nur in Dir zu finden ist.
Es zieht mich.
Es geht voran und weist den Weg
und wenn ich ihm folge, dann komme ich an,
dort an dem Ort, wo alles begann.
Es zieht mich.
Dorthin, wo die Liebe wohnt.
Dort, wo du bist, mich ansiehst und mir versprichst,
dass alles gut wird durch dieses Kind.
Denn Du bist da und du bist bei mir,
egal, was kommt.
Ich glaube Dir.

In das Dunkel meiner Sehnsucht,
in das Schweigen meiner Nacht,
schickst Du Deinen Stern, der über mir wacht.
Deinen Begleiter, Deinen Wegbereiter,
Deinen Stern von Bethlehem.

Auf dem Weg der Sehnsucht, bin ich nicht allein.
Ich treffe sie alle, die Frau ohne Namen, den blinden Mann
und das kranke Kind.
Alle, die unterwegs zu Dir sind.
Sie ziehn mich.
Sie kennen den Weg, hin zu dem Stall
hin zu dem Kind, wo alles Leiden gesehen
und Wunder geschehen.
Sie ziehn mich.
Wir sind unterwegs und tragen einander, der Blinde das Kind,
die Frau und die andern, sie nehmen auch mich und meine Zweifel mit.
Und was kann ich geben?
Mein Blick geht nach oben und ich sehe den Stern.
Du bist nicht mehr fern.

In das Dunkel unsrer Sehnsucht,
in das Schweigen unsrer Nacht,
schickst Du Deinen Stern, der über uns wacht.
Deinen Begleiter, Deinen Wegbereiter,
Deinen Stern von Bethlehem.

Die Schritte gehen schneller, der Weg ist auch Ziel.
Die Gemeinschaft zueinander bedeutet uns viel.
Sie zieht uns.
Sie trägt die Last und bringt uns voran.
Gemeinsam kommen wir an,
dort, wo alles begann.
Dort, wo die Sehnsucht zu Hause ist und das Kind uns in die Arme nimmt.
Dort, wo Leiden gesehen und Wunder geschehen.
Dort, wo die Liebe wohnt und das Kind in der Krippe thront.
Sie zieht uns zu Dir.
Wir sind jetzt da. Der Weg ist geschafft.
Zu Hause sind wir hier.

In das Dunkel unsrer Sehnsucht,
in das Schweigen unsrer Nacht,
schickst Du Deinen Stern, der über uns wacht.
Deinen Begleiter, Deinen Wegbereiter,
Deinen Stern von Bethlehem.

:::

Photo by Daniel Werner: photocaseuhv3k9s7ahmo

Gott kommt an

Gott kommt an.
Wo fangen wir an zu erzählen
wie alles begann?
Bei Eva, Sarah oder Miriam?
Propheten, Könige und andere.
Alle berichten von Gottes Geschichten
mit den Menschen, mit seinem Volk
und wie alles läuft in dieser Welt.

Gott kommt an
die Engel wissen wann.
Im Himmel machen sie einen riesen Trubel,
vergessen fast den Jubel
und fragen uns Leute von heute:
Denkt ihr dran?
Gott kommt an!

Gott kommt an
die Hirten sind dran.
Sie fragen, woran merken wir denn-
dass er es wirklich ist?
Die Engel singen und geben bekannt:
Nur damit ihr es wisst,
ihr werdet ihn finden.

Euer Herz ist jetzt dran.

Euer Herz wird ihn suchen
und wird finden ein Kind
so klein und verwundbar wie Babies es sind.
Euer Herz wird ihn finden und dann wisst ihr fortan:
Gott kommt an!

Gott kommt an
die Weisen sind dran.
Sie deuten, erklären, schauen ins All
und sagen den Leuten,
was in den Sternen steht. Wie es geht,
lernen sie selber hier in dem Stall.
Sie suchen den König und finden das Kind
und verstehen wie klein sie selber sind.
Sie knien vor dem Kind und merken dann:
Gott kommt an!

Gott kommt an
ich bin dran.
Ich kann wirbeln und hetzen
in diesen Tagen.
Ich kann beten und singen
und dabei fragen.
Woran merke ich dann?
Kommt Gott an?

Wo komme ich an
wenn ich auf der Suche bin?
Wenn Fragen mich quälen
und Tränen erzählen.
Wo bin ich zu Hause,
wenn ich renne und laufe,
erkläre und deute?
Was sagen die Leute
wer ich bin?
Und wo will ich hin?

Gott kommt an in all den Dingen,
die mir nicht glücken
und in all den Versuchen ihn zu suchen.
Er kommt in mein Leben und antwortet dann:
Du wirst mich schon finden.

Mein Herz ist an dir dran.

Und sei gewiss:

Dein Herz kennt den Weg,
den die Hirten schon gingen,
die Engel besangen und Weisen fanden.
Sie alle gehen dir voran und sagen:
Gott kommt an!

:::

Predigt – gehalten am 16. Dezember 2018 in der EFG Berlin-Staaken