Was ich dir erzählen würde

Das Letzte, was ich von dir sah, war dein strahlendes Lächeln. Und dass ich das so vermisse.
Dass ich so vermisse, was noch hätte sein können.
Und dass das alles gar nicht sein kann.
Dass wir jetzt hier dieses Fest ohne dich vorbereiten und feiern müssen.
Und überall redest du noch mit – in meinem Kopf. Was der Scheiß soll.
Und dass deine Hühner jetzt bei uns im Dorf wohnen und ich dadurch noch einen Ort habe,
wo ich an dich denken muss.
Und dass ich manchmal gar nicht aufstehen will.
Und nicht weiß, was ich sagen soll.
Nicht weiß, was ich predigen soll.
Nicht weiß, wie ich beten soll.
Dass ich manchmal einfach nur so dasitze.
Und dass ich viel zu viele Krimiserien gucke.
Ich fühle mich so machtlos. So energielos.
Und dass ich viel mehr Tulpen kaufe.
Ich würde dir erzählen, wie sehr du mir fehlst.
Und dass es mir das Herz zerreißt, wenn ich an deine Kinder denke.
Aber dass ich auch glaube, dass sie das schaffen.
Sie tragen deine Stärke und deine Kraft in sich.
Ich würde dir erzählen, dass ich es komisch finde, dass die Sonne scheint,
aber dass es mir auch hilft.
Ich würde dir erzählen, wie sehr ich dich vermisse
und dass ich dich gerne noch besser kennengelernt hätte.
Die Zukunft mit dir fehlt mir am meisten.

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Bildnachweis: Roman Kraft auf unsplash.de

du bist ja da

du siehst mich ja
in meiner unsicherheit
in meiner traurigkeit
in meinem gebet

du gehst ja mit
in meinem leben
in meinen gedanken
in meinen träumen

du bist ja da
in meiner überforderung
in meinen ängsten
in meiner sehnsucht

du bist ja da
in mir

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