sehnsuchtsworte

Ich habe Ostseesand in meiner Tasche gefunden
und folge der Sehnsucht bis zum Meer.
Hier wo die Wellen rauschen,
kann ich meinem Herz lauschen.
Kann Gedanken ordnen und mich erden,
kann werden und sein.
Hier bin ich.

Ich habe Liebe in meinem Herzen gefunden
und folge der Sehnsucht bis zu dir.
Mit dir bin ich zu Hause.
Gesehen, geliebt, erkannt,
beim Namen genannt.
Will nirgendwo anders sein.
Hier bin ich.

Ich habe Sterne am Himmel gefunden
und folge der Sehnsucht zu Gott.
Meine Schöpferin, du Ewige,
dein Vaterherz hält mich fest, wenn ich falle
Alles bin ich in dir.
Du lässt mich werden und sein.
Hier bin ich.

Ich habe Worte in meinem Leben gefunden
und folge der Sehnsucht bis zu mir.
Alles, was ich suche, alles was ich bin,
alles ist in mir.
Erträumt, ersehnt, erlebt. Ich kann sein.
Hier bin ich.

:::

Bildnachweis: Thomas Weißenfels, http://www.c-promo.de

Wo bleibst Du Trost der ganzen Welt?

Wo bleibst du, Trost der ganzen Welt,
während die Welt auseinander fällt?
Während Bomben fallen bei Tag und Nacht
und Menschen fliehen in aller Hast?

Wo bleibst du, Trost der ganzen Welt,
während die Welt auseinander fällt?
Während Menschen an Abendbrottischen
nun mit den Kindern über Krieg reden müssen?

Wo bleibst du, Trost der ganzen Welt,
während die Welt auseinander fällt?
Während wir hier in diesem Land
unsere Freiheit leben aus anderer Hand?

Du bist der Trost der ganzen Welt,
der diese Nacht mit uns erträgt.
Du steigst hinab ins tiefe Tal
und erleidest Todesqual.

Du bist der Trost der ganzen Welt,
der uns Menschen alle hält.
Du bist dabei und du gehst mit,
führst uns hindurch mit deinem Blick.

:::

Bildnachweis: Photo by Annie Spratt on Unsplash

Poesie mit Sternchen

Zugegeben, es ist etwas ungewohnt in poetischen Texten das * zu verwenden. Auch für mich.
Da stolpert man beim Schreiben und Lesen, ärgert sich vielleicht, liest nochmal von vorne und fragt sich, was das soll?!

In meinem Text am 6. Januar 2022 habe ich es trotzdem getan.
Warum?
An diesem Tag habe ich in den sozialen Netzwerken viele Bilder der Heiligen drei Könige gesehen, die anders waren als gewohnt.
Es waren mehr als drei Figuren, Frauen, farbige Menschen oder Kinder zu sehen, die dem Stern nach Bethelehem gefolgt sind, um dem Kind im Stall Geschenke zu bringen.

Der Stern führt in die Weite. Genau das soll in meinem Text deutlich werden. Dieser Text soll gewohnte Bilder hinterfragen, vor unserem inneren Auge Königinnen erscheinen lassen und ein Gottesbild hervorholen, das mehr sein kann, als ein König. Vielleicht eine Königin?
Stolpern, nochmal lesen, ärgern und hinterfragen, ob mein Bild der Könige vielleicht überarbeitet werden muss.
Ein Stern kann das. Er will in die Weite führen.

:::

Photo by Markus Spiske on Unsplash