Gebetsfetzen

Gedankenfetzen in mir,
Wortanfänge und Sätze ohne Ende.
Höre meine Stimme kaum,
Deine aus der Ferne.

Will reden und gleichzeitig schweigen,
will schreien und still sein.
Ich will raus und laut sein
und drinnen allein bleiben.

Mit all diesen Stimmen in mir,
komme ich zu Dir.
Lege Dir hin die Fetzen meiner Gedanken,
die Worte, die mich fanden.

Bleibe Du bei mir und in dieser Zeit,
bei jedem Kind, das gerade weint.
In jeder Frau und jedem Mann,
in allen, die fliehen,
in allen, die bleiben und dann
beten wir gemeinsam um Frieden.

Amen.

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Bildnachweis: Photo by Pedro Lima on Unsplash


Wo bleibst du Trost der ganzen Welt?

Wo bleibst du Trost der ganzen Welt,
während die Welt auseinander fällt?

Während da Menschen in ihren Zimmern
auf die Abschiebung warten.
Und wir können nichts tun und arbeiten im Garten,
um zu vergessen, um zu ertragen, was da passiert,
während wir auf den Trost warten.

Wo bleibst du Trost der ganzen Welt,
während die Welt auseinander fällt?

Es gibt keine leichte Antwort auf diese Fragen
und das ist am Schwersten zu ertragen.
Die Dunkelheit, das Leid, den Zweifel erleben
das ist es eben, was das Leben hier ausmacht.
Und Gott er schaut nicht zu, er haut nicht drauf,
er geht den Weg durch die Dunkelheit auch.

Er sitzt daneben in diesem Zimmer
und erträgt diese Nacht mit dir – immer.
Er steigt hinab in die Dunkelheit und
und wird warten auf dich
im Garten.

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