Unterwegs zum Meer II

Wenn es ganz still ist – in mir und um mich herum (was hier nur sehr selten der Fall ist), dann kann ich es hören: das Meer.

Es ruft mich.
Es wird Zeit.
Es wird Zeit für Wind in meinem Kopf. Für das Wegpusten alter Gedanken und das Heranwehen neuer Ideen. Es wird Zeit zum Steine sammeln und Schätze finden. Es wird Zeit für Stille und Zweisamkeit, für Familie und Lachen. Es wird Zeit für weniger Stress am Morgen und weniger laute Worte am Abend.

Es wird Zeit.
Wir fahren ans Meer.
Bald.

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Wunschzettel

Wünsche stehen bei uns gerade hoch im Kurs. Jeden Tag kommen die Kinder mit einem neuen Wunsch und das, wo ich diesmal echt früh bin und schon alles zusammen habe.

Doch, was wünsche ich mir?

Wenn ich mir etwas wünsche, zeige ich damit auch, dass ich etwas brauche. Erwachsenen fällt das oft schwerer – einmal, weil sie schon gelernt haben, dass materielle Geschenke nicht alles sind – aber auch, weil sie nicht so gerne zugeben, dass sie etwas brauchen.

Dieses Jahr brauche ich aber offensichtlich etwas, denn ich bin ko. Seit September läuft unser Leben ununterbrochen auf Hochtouren (bis auf eine Woche Urlaub im Herbst) und ich fühle mich leer und ausgelaugt. Ich brauche Ruhe. Vor allem im Kopf, denn mit drei Kindern ist im normalen Alltag eben nicht viel Ruhe drin. Ich brauche ein paar Tage an denen ich nicht an alles gleichzeitig denken muss, an denen ich nichts vorbereiten, planen und organisieren muss. Ich brauche ein paar Tage Zeit zum Spielen, Zeit zum Zuhören und Vorlesen, Zeit zum Singen und lachen. Ich brauche ein paar Tage nur mit Familie und mit niemandem sonst. Ich brauche Luft und Weite, kalte Spaziergänge, Wind und Wetter.

Ich wünsche mir das Meer.