Poesie mit Sternchen

Zugegeben, es ist etwas ungewohnt in poetischen Texten das * zu verwenden. Auch für mich.
Da stolpert man beim Schreiben und Lesen, ärgert sich vielleicht, liest nochmal von vorne und fragt sich, was das soll?!

In meinem Text am 6. Januar 2022 habe ich es trotzdem getan.
Warum?
An diesem Tag habe ich in den sozialen Netzwerken viele Bilder der Heiligen drei Könige gesehen, die anders waren als gewohnt.
Es waren mehr als drei Figuren, Frauen, farbige Menschen oder Kinder zu sehen, die dem Stern nach Bethelehem gefolgt sind, um dem Kind im Stall Geschenke zu bringen.

Der Stern führt in die Weite. Genau das soll in meinem Text deutlich werden. Dieser Text soll gewohnte Bilder hinterfragen, vor unserem inneren Auge Königinnen erscheinen lassen und ein Gottesbild hervorholen, das mehr sein kann, als ein König. Vielleicht eine Königin?
Stolpern, nochmal lesen, ärgern und hinterfragen, ob mein Bild der Könige vielleicht überarbeitet werden muss.
Ein Stern kann das. Er will in die Weite führen.

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Photo by Markus Spiske on Unsplash

Eine Weihnachtsgeschichte (Teil 2)

Der letzte Kürbis des Erntejahres kommt in die Suppe. Glühwein, Stockbrot, Bratwurst und Marshmallows sind das Menü für den Vorabend. Gemeinsam mit Freunden um das Feuer sitzen:
so beginnt Weihnachten. Seit zwei Jahren ist die Runde leider kleiner.
Schon beim Suppe kochen, habe ich einen Weihnachtsmoment. Der Nachbar hängt einen großen gelben Herrhuter Stern vor seiner Tür auf. Er leuchtet bis in meine Küche. Kann Sternenliebe abfärben? Ja, das will ich glauben!

Als alle da sind, fängt es an zu schneien. Irgendwann sieht man die weißen Suppenteller auf dem Boden nicht mehr und bevor neuer Glühwein in die Tassen kommt, muss der Schnee ausgekippt werden. Die Kinder bauen Schneemänner, die Erwachsenen rücken immer näher ans Feuer. Es ist kalt, aber es ist so schön.

Weihnachtsmomente schenken Kraft für den Weg: Gemeinsam unterwegs sein. Einander durch Höhen und Tiefen begleiten. Geschenkte Weihnachtstüten auspacken und schöne Worte auf Postkarten lesen. Freundschaft feiern nah und fern. Stille Gebete für den Nachbarn sprechen und Sterne leuchten sehen. Sehnsucht kommt an.

Fortsetzung folgt

Teil 1 meiner Weihnachtsgeschichte: https://unterwegs-geschichten.de/2021/12/23/eine-weihnachtsgeschichte-teil-1/



Eine Weihnachtsgeschichte (Teil 1)

Müde. Sie waren so unendlich müde.
Seit fast zwei Jahren waren sie nun unterwegs.
Was am Anfang wie ein großes Abenteuer wirkte und neue Freiheiten und Gewohnheiten hervorbrachte, war nun einfach nur noch anstrengend.
Angst schwang immer mit. Angst um Eltern und Großeltern. Angst um die eigenen Kinder.
Angst vor ungewollter Nähe in vollen Zügen.
Es war diese unterschwellige Angst, die sie so müde machte.
Und dann diese Ungewissheit. Niemand konnte sagen, wie lange es noch so weitergehen sollte.
Wann kamen sie an? Und was war eigentlich das Ziel?
Gab es ein Ende der Erschöpfung? Einen Ausstieg aus diesem Strudel, gefangen in den Wellen?

Wann immer der Himmel es zuließ, blickten sie in die Sterne.
Mal alleine, mal mit Freunden. Mal schweigend, dann wieder lachend.
Der Blick in die Glut und zu den Sternen gab ihnen Kraft.

… (Fortsetzung folgt)